Konzepte

Gesetzliche Rechengrößen ändern sich jährlich, werden per Verordnung verkündet und wirken mitunter rückwirkend. Wer einen Abrechnungslauf später nachvollziehen muss, braucht zwei Antworten: welcher Wert damals galt – und welcher Wert damals bekannt war. validfrom führt dafür zwei getrennte Zeitachsen.

Zwei Zeitachsen

Achse Bedeutung Abfrageargument
validFrom ab wann ein Wert rechtlich gilt validOn
knownFrom ab wann der Wert im Katalog bekannt war knownOn

knownFrom ist der Tag, an dem ein Wert in den Katalog aufgenommen wurde, nicht der Tag der Verkündung. Ein rückdatiertes knownFrom würde die Antwort auf Abfragen ändern, die vorher schon möglich waren.

Die Auswahlregel

Für eine Abfrage mit validOn und knownOn geht die API so vor:

  1. Kandidaten sind alle Versionen mit validFrom ≤ validOn und knownFrom ≤ knownOn.
  2. Das höchste validFrom unter den Kandidaten bestimmt den Gültigkeitszeitraum.
  3. Innerhalb dieses Zeitraums gewinnt das höchste knownFrom, also der neueste bekannte Stand.
  4. Gibt es keinen Kandidaten, ist das Ergebnis null.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Die Reihe Bezugsgröße hat im Katalog eine Version A mit jahr = 47.460 €. Version B ist ein erfundenes Beispiel: eine Korrektur desselben Zeitraums, die 90 Tage später aufgenommen wird.

VersionvalidFromknownFromjahr
A (Katalog)01.01.202614.09.202647.460 €
B (Beispiel)01.01.202613.12.202647.500 €

Vier Abfragen an diese beiden Versionen:

validOnknownOnErgebnis
01.06.202601.10.2026Version A – 47.460 €
01.06.202627.12.2026Version B – 47.500 €
01.06.202613.09.2026null – Zu diesem Kenntnisstand war noch kein Wert im Katalog. Der erste Wert für diesen Tag ist ab 14.09.2026 bekannt.
31.12.202527.12.2026null – validOn liegt vor dem Beginn der Abdeckung (01.01.2026).

Die zweite Abfrage zeigt den Zweck der zweiten Achse: Mit dem späteren Kenntnisstand gewinnt die Korrektur. Wer dagegen einen Lauf reproduziert, der vor der Korrektur stattfand, fragt mit dem damaligen Kenntnisstand und bekommt den damals bekannten Wert – auch Jahre später. Auf jeder Katalogseite lässt sich das in der Zeitreise selbst ausprobieren.

null ist dabei kein Fehler, sondern die richtige Antwort: Für diesen Tag galt nach diesem Kenntnisstand kein Wert.

Rollen der Rechtsquellen

Zu jedem Wert gehören die Vorschriften, auf denen er beruht, jeweils mit Rolle und Fundstelle:

Rolle Bedeutung
DEFINING definiert die Rechengröße dem Grunde nach
AUTHORIZING ermächtigt zur Festsetzung des konkreten Werts
DECLARING beziffert den konkreten Wert
AMENDMENT ändert eine der übrigen Vorschriften und ist für deren geltende Fassung nötig

Bei der DECLARING-Quelle sagt binding, wo die Verbindlichkeit liegt:

  • true – konstitutiv: Die Quelle legt den Betrag selbst fest; es gilt die veröffentlichte Zahl. Beispiel: Die Bezugsgröße wird nach § 17 Absatz 2 SGB IV durch Rechtsverordnung bestimmt.
  • false – deklaratorisch: Der Betrag folgt schon aus einer gesetzlichen Rechenregel, die Quelle macht ihn nur bekannt. Verbindlich ist die Rechenregel. Beispiel: der Basiszinssatz nach § 247 BGB.

Jede Quelle verweist auf ein Dokument mit Zitierstelle, Verkündungsdatum, Quell-URL, Abrufzeitpunkt und sha256-Prüfsumme. Die archivierte Kopie liefert die API dauerhaft und ohne Anmeldung aus.

Unveränderlichkeit

Eine veröffentlichte Version wird nie geändert, verschoben oder gelöscht. Sonst lieferte dieselbe Abfrage mit denselben Daten später ein anderes Ergebnis. Korrekturen kommen ausschließlich als neue Version mit späterem knownFrom hinzu; die alte bleibt abrufbar. Dasselbe gilt für Belege: Eine neue Fassung eines Dokuments ist ein neues Dokument.

Alle Änderungen am Katalog stehen unter Änderungen, auch als Atom-Feed.